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Historischer Lehrpfad

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Das Lenner Zwangsarbeiterlager als Modell gebaut

In der Endphase des II. Weltkrieges wurden große Teile der deutschen Rüstungswirtschaft verlagert, um den Angriffen der alliierten Bomberstaffeln zu entgehen. Auch die Waldgebiete und Stollen von Ith und Hils wurden für diese Auslagerungen genutzt. Als Folge wurden tausende Zwangsarbeiter im Raum Eschershausen untergebracht, das mit Abstand größte Lager entstand am Bohlweg zwischen Lenne-Vorwohle und Holzen. Bis zu 5000 Menschen unterschiedlichster Nationalitäten lebten hier in Baracken, arbeiteten in den Waldfabriken und den Stollen für die deutsche Industrie oder übernahmen Bauaufgaben. Lange Zeit zeugten nur noch die Fundamente von den schwierigen Lebensbedingungen in diesem Lager. 2008 wurde dann auf dem Gelände ein "Pfad der Erinnerung an die Zwangsarbeit" der Öffentlichkeit übergeben, in einer wieder aufgebauten Lagerbaracke befindet sich seit einiger Zeit eine Ausstellung der KVHS.

Also ideale Bedingungen, um junge Menschen direkt vor Ort mit der Geschichte des Dritten Reiches in Berührung zu bringen. Seit drei Jahren kümmert sich auch die HRS Escherhausen im Rahmen der AG Historischer Lehrpfad um den Erhalt dieser Erinnerungsstätte. Schüler fahren gemeinsam in den Wald, säubern die Fundamente, suchen im Waldboden nach Überresten des Lagerlebens, sichten die Literatur und die noch vorhandenen Quellen zu dem Lager und entwickeln sich so in ihrer Schulzeit zu Experten für die Geschichte des Nationalsozialismus.

Im letzten Jahr haben die Schüler der AG gemeinsam mit ihrem Geschichtslehrer Olaf Breker die Fundamente vermessen und plötzlich war die Idee geboren: Wir bauen das Lager als Modell nach. Mit großer Begeisterung bastelten die Schüler während der Wintermonate, in denen keine Waldbesuche möglich waren, die Lagerbaracken. Die diesjährige Projektwoche wurde dann dafür genutzt, das Außengelände zu rekonstruieren. Am Ende haben dann die Teilnehmer der AG, alles Schüler und Schülerinnen der beiden Abschlussklassen der RS, auf einer Grundfläche von 1,80 m X 1,60 m ein originalgetreues Modell des Zwangsarbeiterlagers im Maßstab 1:200 geschaffen. Geschichte muss nicht staubtrocken, sondern Geschichte kann auch spannend und interessant sein.

Immer wieder kamen Schüler aus anderen Projektgruppen in den Pausen vorbei und fragten interessiert nach. Gerade Schüler aus den unteren Klassen hatten noch nie von dem Lenner Zwangsarbeiterlager gehört und das Modell weckte bei ihnen den Wunsch nach mehr Informationen. Die AG-Mitglieder gaben bereitwillig Auskunft und konnten mit ihrem Wissen glänzen.
Am Ende der drei arbeitsreichen Tage konnte dann das fertige Modell präsentiert werden. Alle AG-Teilnehmer waren mächtig stolz auf das Erreichte. Langfristig wird das Modell in der HRS Eschershausen ausgestellt werden, leider fehlt bisher noch eine Schutzhaube, um es vor Beschädigungen und Staub zu schützen. Die bisherigen AG-Teilnehmer werden in diesem Sommer die HRS verlassen, aber die AG Historischer Lehrpfad wird weitergehen, denn die Projektwoche hat eines gezeigt: Viele Schüler interessieren sich für Geschichte, vor allem, wenn sie nicht zwischen zwei Buchdeckel gepresst wird.


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